True Stories of Love, Life, Death and Sometimes Revolution

Nidal Hassan, Lilibeth Cuenca Rasmussen

 

Dieser essayistische Dokumentarfilm des syrischen Filmemachers Nidal Hassan und der dänischen Künstlerin Lilibeth Cuenca Rasmussen beginnt mit der Recherche zu Gewalt gegen Frauen im vorrevolutionären Syrien im Jahr 2011.

Wir hören bewegende Aussagen syrischer Frauenrechtsaktivistinnen und begeben uns mit Hassan und seinen Freund_innen auf die Reise, um Nachforschungen anzustellen zum Tod von Jihan, einer kurdischen Mutter aus Kobanê. Nach andauernden gewalttätigen Übergriffen durch ihren Ehemann hatte sie sich und ihren drei Kindern das Leben genommen.
Am 16. März 2011, einen Tag nach Lilibeths Ankunft in Damaskus, wo sie und Hassan an ihrem Film weiterarbeiten, beginnt in Syrien der Aufstand. In der Welle von Protesten und deren brutaler Zerschlagung sehen wir uns mit einer sich täglich verändernden Lebensrealität konfrontiert. Die Erzählung selbst windet sich um die Ereignisse und die Grenzen zwischen Nidal Hassans Leben und dem Film verschwimmen zunehmend.

Schon bald findet sich Hassan als Chronist inmitten einer Revolution wieder. Seine Freund_innen und er werden für ihre Beteiligung am Aufstand ins Gefängnis gesteckt, während Assads Schergen die Bevölkerung terrorisieren.

Im Gefängnis notiert Hassan die Dramaturgie des Films auf einen Papierschnipsel, den er von einem Wächter bekommt und flieht anschließend in den Libanon und weiter nach Deutschland. Er ist zu keiner Zeit bloßer Beobachter, sondern immer Teil des Films und Teil des Aufstands, tief verstrickt in seine eigenen Reflexionen über eine Gesellschaft im Umbruch.

Dänemark, Syrien 2012, 62 min, arabisch/englisch
Regie: Nidal Hassan, Lilibeth Cuenca Rasmussen